Die 7 Weltwunder der Antike

Der Artemistempel in Ephesos


Standort: Ephesos, heutige Türkei
Bauherr: Chersiphron von Knossos und sein Sohn Metagenes
Bauzeit: ca. 550 v.Chr.

Der Tempel der Artemis in Ephesos oder kurz das Artemision von Ephesos war der
olympischen Gottheit Artemis (Göttin der Jagd, des Waldes und Hüterin der Frauen und Kinder)
in ihrer Sonderform als Artemis Ephesia gewidmet. Er soll von der Amazonenkönigin Otrere
gegründet worden sein und gehörte als größter Tempelbau zu den Sieben Weltwundern der Antike.
Die antike griechische Stadt Ephesos beim heutigen Selçuk an der Südwestküste der heutigen
Türkei war für ihren Reichtum berühmt und später als Hauptstadt der römischen Provinz Asia
eine der größten Städte der Antike.
Der aus einem weiß-bläulichen Marmor errichtete archaische Tempel erhob sich
auf einem 111,7 Meter × 57,3 Meter großen, nur zweistufigen Unterbau. 106 Marmorsäulen
von rund 19 Metern Höhe umgaben ihn. An Front- und Rückseite waren die Säulen zwei bzw. drei Reihen tief
gestaffelt. Die Säulenschäfte im Eingangsbereich waren als columnae caelatae
mit Reliefs oberhalb der Basen geschmückt. Die wohl ersten Marmorarchitrave
der griechischen Baukunst spannten sich von Säule zu Säule und erreichten die größte je von Griechenv
erreichte Spannweite. Der Mittelarchitrav der Front wog hierbei etwa 24 Tonnen und musste auf die fast
20 Meter hohen Säulen zentimetergenau verlegt werden.
Der Tempel fiel am 21. Juli 356 v. Chr. einer Brandstiftung durch Herostratos zum
Opfer. Er beging die Tat aus Geltungssucht - sein Vorhaben, durch das Niederbrennen des Weltwunders berühmt
und somit unsterblich zu werden, ist ihm gelungen. Der Sage nach soll in der Nacht des Brandes Alexander
der Große, der später auch große finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau des Tempels leistete, geboren worden sein,
weswegen Artemis, die dessen Geburt in Pella überwachte, ihr eigenes Heiligtum nicht schützen konnte.
Zitate aus antiken Quellen:„Doch als ich dann endlich Artemis’ Tempel erblickt, der in die Wolken sich hebt, blasste das andere dahin. Ich sagte: Hat Helios’ Auge außer dem hohen Olymp je etwas gleiches gesehen?““
Antipatros von Sidon: Anthologia Palatina 9, 151